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MCV940 Dunkelrot - Sonstiges

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Die Muster werden mit 5% Pigment in transparenter und weißer Glasur hergestellt
Tmax. 1250C

Verwendung von Pigmenten in Keramikglasuren

Eine Glasur wird bzw. erscheint farbig, wenn das auf sie fallende Licht teilweise von den Bestandteilen der Glasur absorbiert wird. Die Einfärbung erfolgt grundsätzlich auf drei unterschiedliche Arten:

Schwermetalle lösen sich ionisch in der Glasschmelze der Glasur und absorbieren bestimmte Wellenlängen des einfallenden Lichts. Die entstehende Farbe hängt vom jeweiligen Metall und vom chemischen Milieu ab. Die Glasuren sind in der Regel transparent. Die Farbintensität hängt von der Konzentration der jeweiligen Metalle ab. Typische Vertreter sind bleihaltige Töpferglasuren (z. B. Kupfer-Grün, Kobalt-Blau, Eisen-Gelb, Mangan-Braun)
Aus der Glasschmelze der Glasur scheiden sich kolloidale Partikel mikroskopischer Größe ab, an denen das einfallende Licht gestreut wird. Das Ergebnis sind blauviolette, purpurfarbene, rote und gelbe Farbtöne. Die bekanntesten Vertreter sind kupferfarbene Glasuren, die durch reduzierenden Brand entstehen.
Einfärbung von Glasuren mit unlöslichen Pigmenten/Farbstoffen. Der Einsatz von Pigmenten ist die sicherste Methode, um exakt definierte Farbtöne zu erzielen – vorausgesetzt, es wird eine passende Basisglasur gewählt.

 

Pigmente sind feinkristalline Verbindungen oder Kristallmischungen von Oxiden, die üblicherweise durch Festkörperreaktionen unter thermischer Behandlung zwischen 700 - 1400 °C hergestellt werden. Die stabilsten Pigmente besitzen eine spinellartige Kristallstruktur, es sind jedoch auch Pigmente mit anderen Kristallstrukturen bekannt. Bei der Auswahl der Basisglasur ist die Struktur des Pigments zu berücksichtigen.

Die wichtigsten färbenden Oxide sind: Eisen-, Kobalt-, Kupfer-, Mangan-, Chrom-, Nickel- und Vanadiumoxide. Diese reagieren teils untereinander, teils mit farblosen oder weißen Oxiden (z. B. Zn-, Ca-, Sn-, Zr-Oxide) und erzeugen die jeweilige Farbe. Die Pigmentfarbe hängt von der Valenz des färbenden Ions und von der Position ab, die es in der Kristallstruktur einnimmt.     

Bei der Herstellung intensiver und brennstabiler Farben ist die Grundvoraussetzung, dass sich das Pigment so wenig wie möglich in der Basisglasur löst und mit ihr reagiert. Während des Brandes findet eine Wechselwirkung zwischen Glasur und Pigment statt. Brenntemperatur und Brenndauer, aber auch die Atmosphäre im Brennofen (z. B. reduzierend, schwefelhaltig oder Dämpfe mit Schwermetallen) beeinflussen den Farbton stark.

Einige praktische Kriterien bei der Auswahl von Pigment und Basisglasur.

Pigmente sind nur bis zu einer bestimmten Temperatur stabil. Z. B. können bei hochtemperaturgebranntem Vitreous keine gelben Pigmente vom Napoli-Typ Pb-Sb-Ti verwendet werden, da diese nur bis  1050 Co stabil sind. Stattdessen können Pigmente vom Typ Sn-V-Ti verwendet werden.
Die Löslichkeit von Pigmenten in der Glasur ist umso geringer, je näher bzw. ähnlicher ihre Zusammensetzung ist. Daher eignen sich für die Einfärbung von mit Zirkon aufgehellten Deckglasuren sehr gut Zirkon-Pigmente.
Da Chrom- und Zinkoxide leicht miteinander reagieren und eine bräunliche Verbindung bilden, können türkisfarbene Pigmente auf Co-Cr-Basis und Pink-Pigmente auf Ca-Sn-Cr-Basis nicht zur Einfärbung von Glasuren mit höherem ZnO-Gehalt verwendet werden.
Schwarze und braune manganhaltige Pigmente neigen in zähflüssigeren, schlecht fließenden Glasuren zur Blasenbildung.
Pink-Pigmente (Rosa) auf Sn-Cr-Basis vertragen keine reduzierende Brennofenatmosphäre.
Pink-Pigmente (Rosa) auf Al-Mn- sowie Al-Zn-Cr-Basis tolerieren die reduzierende Atmosphäre besser, sind jedoch weniger kompatibel mit bleihaltigen Glasuren.
Türkis-Pigmente vom Typ Zr-V sind in Glasuren mit hohem Blei- oder Alkaligehalt nicht stabil.
Grüne oder schwarze chromhaltige Pigmente können beim Brand auf nahegelegenen Objekten Pink-, Gelb- oder Braunfärbungen/Entfärbungen verursachen. Dieses Phänomen kann durch gute Belüftung des Brennofens und eine weniger dichte Beladung reduziert werden.
Bestimmte Pigmente haben eine hohe Dichte bzw. ein hohes spezifisches Gewicht und neigen daher zu schneller Entmischung – Entsegregation – aus der Glasursuspension.
Ein wichtiger Faktor ist der Mahlgrad der Pigmente. Ist die Körnung zu grob, führt dies zu ungleichmäßiger Färbung und geringerer Farbintensität. Ist die Körnung zu fein, steigt die Löslichkeit des Pigments in der Glasur und die Stabilität – Brennbeständigkeit der Farbe – nimmt ab. Das Pigment nur so lange wie nötig zusammen mit der Glasur mahlen, um eine gleichmäßige Dispersion zu erreichen.  
Pigmente machen Glasuren zu opaken Deckglasuren.

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